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Patron

Die Geschichte des heiligen Andreas

El Greco: Andreas, 1606, Museo del Greco in Toledo

Der Apostel Andreas war der Bruder des Simon Petrus, wie dieser von Beruf Fischer; er stammte aus Bethsaida -dem heutigen El Aradsch bei Mahjar in Syrien - (Johannesevangelium 1, 14) oder aus Kapernaum - - ein heute abgegangener Ort am See Genezareth (Markusevangelium 1, 29), Er war der erste, den Jesus als seinen Jünger berief; zuvor war er Anhänger Johannes', des Täufers (Johannesevangelium 1, 35 - 40). Wohl im Kreise der Zwölf beim Abendmahl in Jerusalem, bei der Himmelfahrt und an Pfingsten anwesend, wird er sonst nicht besonders genannt.

Die Legende lässt Andreas dann das Evangelium in Pontus und Bithynien in Kleinasien, in Thrakien, schließlich in der Epirus und Achaia in Griechenland verkündigen. In Mirmidonia - möglicherweise in Thessalien gelegen - befreite er demnach den gefangenen Matthäus und gab dem Geblendeten das Augenlicht wieder. Zahlreiche weitere Wunder, Heilungen und Erweckungen werden berichtet. Schließlich hielt er sich in der Achaia auf, baute Kirchen und bewirkte zahlreiche Bekehrungen. Spätere orientalische Überlieferung nennt auch Kurdistan und Armenien als sein Missionsgebiet, die Kirche von Georgien gedenkt seiner Ankunft und Missionsarbeit in ihrem Land.

In Patras heilte Andreas nach der Überlieferung Maximilla, die Frau des Statthalters Ägeas, und bekehrte sie zum Christentum. Er riet ihr eheliche Enthaltsamkeit; daraufhin dem Statthalter gegenüber gestellt, konnte er diesen in einer ausführlich berichteten Disputation nicht vom Christentum überzeugen. Der Statthalter ließ Andreas geißeln und zu besonderer Pein und langsamem Tod an ein X-förmiges Kreuz binden. Zwei lange Tage hängend, predigte Andreas dem Volk, himmlisches Licht verhüllte den Sterbenden. Ägeas verhöhnte ihn, wurde daraufhin mit Wahnsinn geschlagen und starb, ehe er sein Haus wieder erreichte. Maximilla ließ Andreas mit großen Ehren bestatten.

Andreas' Gebeine wurden 357 in die Apostelkirche in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - gebracht. Dort wurden sie 1208 entwendet und vom Kardinal von Amalfi, Petrus von Capua, in seine Stadt überführt, wo sie in der Krypta des Domes S. Andrea aufbewahrt sind. Das Kopfreliquiar, das auf der Flucht vor den Türken 1462 nach Rom gebracht und 1964 wieder nach Patras zurückgegeben wurde, wird in seiner Echtheit angezweifelt.

Andreas' angebliche Kreuzreliquie befindet sich in der ehemaligen Abtei neben der Kirche Notre-Dame in Beaune; der Legende nach ließ der burgundische Graf Stephan im 12. Jahrhundert das Kreuz ins Kloster St-Victor nach Marseille schaffen; 1438 kamen Teile davon in die Brüsseler Palastkapelle, überbracht von Herzog Philipp dem Guten von Burgund, der 1429 unter Andreas' Patronat den „Orden vom Goldenen Vlies” gestiftet hatte; das Andreaskreuz wurde zum Feldzeichen und Emblem von Burgund. Das Diagonalkreuz entstammt tatsächlich erst spätmittelalterlicher Überlieferung.

Der Mönch Regulus habe um das Jahr 300 Reliquien nach Schottland gebracht; andere Überlieferung nennt Acca von Hexham als Überbringer von Andreas-Reliquien nach Schottland und Gründer der dortigen Stadt St Andrews; jedenfalls kamen kleine Reliquien 1879 und 1969 nach Schottland, sie sind in der St. Mary's Cathedral in Edinburgh verwahrt.

Seit dem 5. Jahrhundert findet sich Andreas als Patron auch im Westen, so für Ravenna. Gregor von Tours schrieb im 6. Jahrhundert ein Buch über seine Wunder. Das Hieronymus zugeschriebene Martyrologium nennt neben seinem Todestag auch den 5. Februar als Tag seiner Einsetzung als Bischof von Patras in Griechenland.

In der Reihe der Apostel steht Andreas an zweiter Stelle, er gilt als Verfasser des 2. Glaubensartikels. In Rivalität mit Roms Apostelfürsten Petrus und Paulus entwickelte Konstantinopel - das heutige Ístanbul - für den von Jesus Erstberufenen („Protoklitos”) eine besondere Andreas-Verehrung, die Gründung des Bischofssitzes in Byzanz - dem heutigen Ístanbul - wird ihm zugeschrieben.

Andreas gilt als der Apostel Kleinasiens, Konstantinopels und der Russen und ist der Nationalheilige von Russland und Schottland (die Flagge Schottlands symbolisiert das Andreaskreuz). Seine Bedeutung für die orthodoxe Kirche ist vergleichbar – wenn auch nicht ganz so herausragend – mit der seines Bruders Petrus für die römisch-katholische Kirche. Der Erzbischof von Konstantinopel und Ökumenischer Patriarch, gilt als der Nachfolger des Apostels Andreas.

In der „Andreasnacht” zum 30. November zogen Kinder maskiert von Haus zu Haus, sangen lustige Verse und wurden dafür beschenkt. Dem Volksglauben zufolge können heiratswillige Mädchen in der Andreasnacht den Zukünftigen im Spiegel sehen. Für Bauern war der Andreastag ein wichtiger => Lostag für das Wetter, die Andreasnacht gilt als günstig für Orakel und Schatzhebung. Ein X-förmiges Kreuz nennt man nach den Berichten von Andreas' Martyrium Andreas-Kreuz, es steht weltweit vor Bahnübergängen.

Attribute: unbeschuht, mit Fisch, Strick und (seit dem 14./15. Jahrhundert) dem X-förmigen Kreuz

Patron von Russland, Schottland, Spanien, Griechenland, Sizilien, Niederösterreich; von Burgund und der Achaia in Griechenland; von Neapel, Ravenna, Brescia, Amalfi, Mantua, Bordeaux, Brügge, Patras; der Fischer und Fischhändler, Bergleute, Seiler, Metzger und Wasserträger; für Ehevermittlung, Eheglück und Kindersegen; gegen Gicht, Halsweh, Krämpfe und Rotlauf („Andreaskrankheit”)

Bauernregeln

  • „Andreasschnee / tut Korn und Weizen weh.”
  • „Wirft herab Andreas Schnee, / tut's dem Korn und Weizen weh.”
  • „Andreasschnee / tut den Saaten weh.”
  • „Hält St.Andrä den Schnee zurück, / so schenkt er reiches Saatenglück.”
  • „Es verrät dir die Andreasnacht / was wohl so das Wetter macht.”
  • „Schau in der Andreasnacht, / was für Gesicht das Wetter macht:
  • So wie es ausschaut, glaub's fürwahr, / bringt's gutes oder schlechtes Jahr.”
  • „St. Andreas macht das Eis. St. Georg bricht das Eis.”
  • Brunnen Sant' Andrea, 1760, auf dem Domplatz in Amalfi